Katja Keul: Sinti und Roma sind ein Teil unserer vielfältigen Gesellschaft“

„Die Angehörigen der Sinti und Roma sind die größte Minderheit Europas. Ihre Kultur ist auf mehreren Kontinenten zu Hause. Ihre bildende Kunst, ihre Literatur, Tanz, Film, Theater und Musik bereichern unser Leben. Am Internationalen Tag der Roma feiern wir dieses kulturelle Erbe. Sinti*ze und Rom*nja sind ein integraler Teil unserer vielfältigen Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, dass sie mit ihren Talenten, ihren Themen, ihrer Sprache und ihrer Kultur in unserer Gesellschaft sichtbar sind“ erklärte Staatsministerin Katja Keul Anlässlich des Internationalen Tags der Roma am 8. April.

Das ist umso wichtiger, da die seit vielen Jahrhunderten bestehende Diskriminierung und Verfolgung, die im Nationalsozialismus in der systematischen Ermordung hunderttausender Angehöriger der Minderheit gipfelte, bis heute fortwirkt. Wir sind alle aufgerufen, gegen jede Form von Antiziganismus aufzustehen.

Auch die Bundesregierung wird nicht nachlassen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, gegen den strukturellen Rassismus, dem die Sinti*ze und Rom*nja ausgesetzt sind, vorzugehen. Dazu gehört, dass wir uns international für die Anwendung der Arbeitsdefinition Antiziganismus der Internationalen Allianz zur Holocaust-Erinnerung einsetzen und in Deutschland die EU-Roma Strategie 2030 umsetzen.

Meine Gedanken sind am heutigen Tag auch bei den etwa 400.000 Rom*nja, die in der Ukraine leben. Es muss sichergestellt sein, dass sie – wie alle anderen auch – Zugang zu Hilfslieferungen erhalten. In der EU und auch bei uns in Deutschland müssen wir Sorge dafür tragen, dass sie nicht als Geflüchtete zweiter Klasse behandelt werden.“

HINTERGRUND:

Der Internationale Tag der Roma wird jedes Jahr am 8. April begangen. Mit diesem Tag wird an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung beim Ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 erinnert. Der Tag würdigt die Kultur der Roma und macht gleichzeitig auf deren andauernde Diskriminierung aufmerksam.

Das Auswärtige Amt fördert weltweit verschiedene Projekte die diesem Ziel dienen, darunter die Aufführung zweier Roma-Kammeropern in Wien, Sprach- und Kulturförderung in Kooperation mit dem European Roma Institute for Arts and Culture in Berlin oder ein Projekt zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe der Rom*nja in der Ukraine.

Die Bundesregierung hat als Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) die IHRA-Arbeitsdefinition Antiziganismus im Jahr 2021 maßgeblich auf den Weg gebracht und unterstützt ihre internationale Verbreitung und Anwendung. Darüber hinaus setzt sie mit der nationalen Strategie "Antiziganismus bekämpfen, Teilhabe sichern!" die EU-Roma Strategie 2030 um. Die Unabhängige Kommission Antiziganismus hat in der letzten Legislaturperiode wichtige Handlungsempfehlungen erarbeitet, darunter auch die Einsetzung eines Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland. Ab Mai wird Mehmet Daimagüler dieses Amt bekleiden. Muhabirce/Foto: Hülya Sancak- DÜSSELDORF

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